INDIKATIONEN
Die TITAN-Port-Katheter Systeme ermöglichen einen wiederholten Zugang zum Gefäßsystem z.B.
- zur Langzeittherapie von Zytostatika und sog. „aggressiven" Medikamenten
- zur regionalen Chemotherapie z. B. bei Leber-Tumoren, Metastasen, Kopf- und Extremitäten-Tumoren und anderen Organen
- bei Patienten mit schlechtem peripherem Venenstatus
- zur Infusionstherapie
- zur parentalen Ernährung
- bei HIV-Patienten
- zur venösen Blutentnahme für Bluttransfusionen * Hinweis Darüber hinaus bestehen folgende Einsatzmöglichkeiten: TITAN-PORT A (arteriell): zur direkten Organperfusion vorrangig zur lokoregionalen Behandlung von inoperablen Lebermetastasen über die A. gastroduodenalis, Pankreas über den Truncus coeliacus, Becken über Aorta usw.
für TITAN-PORT D: zur Dialyse venös <-> venös
für TITAN-PORT PD: Peritoneal-dialyse
für TITAN-PORT PC: zur Peritoneal-Chemotherapie
für TITAN-PORT S: zur periduralen Schmerztherapie oder Anästhesie
KONTRAINDIKATIONEN
TITAN-PORT-Systeme sollten nicht eingesetzt werden bei:
- einer sehr seltenen, aber möglichen Unverträglichkeit von Silikon, Titan oder Polyurethan
- Verdacht auf Bakteriämie / Sepsis
- Disseminierter intravasaler Gerinnung (DIC)
KOMPLIKATIONEN und mögliche NEBENWIRKUNGEN
U. a. können nachstehend Komplikationen Nebenwirkungen auftreten:
- OP-Komplikationen
- Implantatunverträglichkeit lokale Rötungen / Ödeme / Hämatome
- Infektionen
- Diskonnetion oder Dislokation
- Thrombose / Embolie
- Membran- oder Katheterluxation
- Katheterbruch zwischen Clavicula und 1. Rippe
- Katheterperforation
- Paravasate bei fehlerhafter Handhabung
- Schädigung des umliegenden Gewebes durch Medikamentenaustritt ( z. B. bei Undichtigkeit von Gehäuse, Septum, Verbindung)
ANWENDUNGSHINWEISE /PORTIMPLANTATION
Achtung: Während der Implantation ist unbedingt auf aseptische Bedingungen zu achten!
- Für die Implantation von Port und Katheter stehen verschiedene chirurgische Möglichkeiten zur Verfügung (auch in Seldinger- Technik)
Auswahl und Durchführung liegen in der Verantwortlichkeit des implantierenden Arztes.
- Die Implantation der TITAN-PORTS A/V, P und S ist meist unter Lokalanästhesie möglich, PD, PC und D üblicherweise in Allgemeinnarkose (siehe separate Gebrauchsanweisungen)
- Empfohlene venöse Implantationsstellen für den Katheter sind die Vena cephalica, die Vena subclavia oder die Vena jugularis interna und externa
VORBEREITUNG
- Vor der Implantation wird der Katheter mit NaCl- Lösung (10 ml NaCl 0.9%) aufgefüllt.
- Die Port-Kammer ebenfalls auffüllen und entlüften. Halten Sie dabei das Auslaßröhrchen des Ports nach oben, damit die restliche Luft entweichen kann. Verwenden Sie hierzu die beigefügte Punktionsnadel.
PFLEGE DES SYSTEMS / SPEZIELLE ANWENDUNGSHINWEISE
- Vor jeder Behandlung muss die korrekte Lage des Portgehäuses getastet werden und sichergestellt sein, dass keine Wunde oder Infektion vorliegt (siehe Abb.)
- Zur Punktion des Septums möglichst eine 10 ml Spritze verwenden sowie ausschließlich non-coring Spezialkanülen. Die Kanülen sind nur für den Einmalgebrauch bestimmt.
- Die Nadel immer vorsichtig und senkrecht zur Grundplatte in die Silikonmembran einführen, um ein Verbiegen der Nadelspitze zu vermeiden.
Bei unklarer Situation oder Verdacht auf Thrombosierung radiologische oder dopplersonographische Kontrolle!
Achtung: Um eine höhere Duchflußrate zu erreichen, kann das System mit maximal drei Nadeln gleichzeitig punktiert werden.
- Bei Nichtbenutzung des Systems ist bei venöser Implantation ca. alle 3-4 Wochen eine Spülung mit 10 ml NaCl-Lösung empfehlenswert Bei arterieller Implantation eine entsprechende Spülung ca. alle 2 Wochen
- Bei venöser Blutentnahme über das System zunächst 3 ml Blut aspirieren und verwerfen, die erforderliche Blutmenge sollte mindestens mit einer 20 G Nadel langsam aspiriert werden (um die Laborergebnisse nicht zu verfälschen) *Hinweis: für Bluttransfusionen möglichst 18 oder 19 Gauge Kanülen verwenden! Anschließend muss das System sofort mit Kochsalz-Lösung gespült werden, die Nadel kann dabei gedreht werden, um ein gleichmäßiges Spülen der Kammern zu gewährleisten.
- Wenn unterschiedliche Injektionen aufeinanderfolgen (insbesondere Zytostatika) sollte das System jeweils mit 5 – 10 ml NaCl 0.9% zwischengespült werden, um Interaktionen der jeweiligen Medikamente zu vermeiden.
- Nach jeder Benutzung muss das System gespült werden, das Herausziehen der Injektionsnadel sollte unter leicht positivem Druck erfolgen.
- Katheterverschlüsse durch Thrombusbildung können meist durch Lysierung mit Streptokinase / Urokinase behoben werden (z.B. 5000 i. E/ml 0.9% NaCl mit 1-2 ml Spritze kleine Lösungsmengen intervallweise injizieren, einwirken lassen und Durchgängigkeit prüfen- (Die genannten Konzentrationen sind Empfehlungen, sie müssen immer der allgemeinen Gerinnungssituation des Patienten angepasst werden und liegen im Verantwortungsbereich des behandelnden Arztes. Bezogen auf alle verwendeten Medikamente und Flüssigkeiten wird grundsätzlich auf die Beipackzettel der jeweiligen Pharma-Hersteller verwiesen.)
- Die Komplikation der Thrombosierung kann bei Gefährdeten durch eine prophylaktische Low-dose-Heparinisierung und bei arteriellen Systemen durch eine Thrombozytenaggregationshemmung (z.B. Acetylsalicylsäure) reduziert werden.
Achtung: Ursachen für einen ungewöhnlich hohen Punktionswiderstand können sein z.B.
- die Nadelspitze ist nicht korrekt im Port-Hohlraum platziert
- der Katheter ist abgeknickt
- Fibrinablagerungen bzw. ein Thrombus verstopfen Katheter oder Port.
Achtung . Bei erfolgloser Blutaspiration sollte zunächst die Portkammer gespült und die Lage des Patienten etwas geändert werden.
- Blutrückstände im Portsystem weisen immer auf eine der folgenden Ursachen hin z.B.
- Undichtigkeit des Systems
- Flotation des Septums
- fehlerhafte Handhabung
INDIKATIONEN ZUR EXPLANTATION
- nach Abschluß de Behandlung, Ende der Notwendigkeit (Explantation kann in Lokalanästhesie durchgeführt werden)
- bei irreversiblem Verschluss des Port-Katheter-Systems
- bei Katheterbrüchen oder Katheterverletzung
- Membranundichtigkeit
- mangelhafter Compliance des Patienten
- massiver Thrombosierung der großen Venen (V. subclavia, V. cava)
- nicht beherrschbarer Infektion (die Explantation erfolgt in Allgemeinnarkose)
WARNHINWEISE
- Den Port am Subcutangewebe mit einzelnen Nähten fixieren oder in einer kleinstmöglichen Port-Tasche platzieren, um ein Verrutschen zu vermeiden.
- Den Katheter mit der Vene durch eine ausreichend feste, aber nicht strangulierende Naht fixieren.
- Es ist auf eine feste Verbindung zwischen Injektionskammer und Katheter zu achten.
VORSICHTSMASSNAHMEN
Sterilität
Kompromissloser sterile bzw. streng hygienischer Umgang mit den TITAN-PORT-Systemen ist unabdingbar, hierzu gehören u. a.
- Implantation unter sterilen OP-Bedingungen
- Händedesinfektion , Hautdesinfektion
- Sterile Handschuhe bei den Anwendungen
- Sterile Produkte verwenden
ÜBERWACHUNG
Durch die regelmäßig erforderlichen Anwendungen und anschließende Pflege der PORT-Systeme ist eine kontinuierliche Überwachung an sich gegeben.
Der Gebrauch eines Port-Systems sollte nicht von Ärzten / medizinischem Personal durchgeführt werden, die nicht mit dem Produkt und / oder möglichen Komplikationen vertraut sind. Komplikationen können jederzeit während und nach dem Eingriff auftreten.



