INDIKATION
Der TITAN-PORT D ermöglicht einen wiederholten Gefäßzugang zur veno-venösen Dialyse bei dialysepflichtiger Niereninsuffizienz
- Primär
- als Alternative bei Versagen anderer Zugangswege zur längerfristigen Dialyse z. B. Cimino-Shunt
Der Vorteil liegt in der Anwendung eines geschlossenen Systems mit geringerer Infektionsrate und längerer Verweildauer-möglichkeit. Insbesondere wird dadurch auch die Lebensqualität des Patienten deutlich verbessert.
KONTRAINDIKATION
TITAN-PORT D Systeme dürfen nicht eingesetzt werden bei:
- einer sehr seltenen aber möglichen Unverträglichkeit von Titan oder Silikon oder Polyurethan
- Verdacht auf Bakteriämie / Sepsis
- Disseminierter intravasaler Gerinnung (DIC)
KOMPLIKATIONEN und mögliche Nebenwirkungen
Unter anderem können nachstehende Komplikationen und mögliche Nebenwirkungen auftreten:
- OP-Komplikationen
- Implantatunverträglichkeit
- Lokale Rötungen / Ödeme / Hämatome / Infektionen
- Diskonnektion oder Dislokation
- Thrombose / Embolie
- Membran- und Katheterluxation, Katheterbruch
- Paravasate bei fehlerhafter Handhabung
- Schädigung des umliegenden Gewebes
- Undichtigkeit von Gehäuse, Septum, Verbindung
- Luftembolie
- Herzrhythmusstörungen
ANWENDUNGSHINWEISE PORTIMPLANTATION
Achtung! Während
der Implantation ist unbedingt auf aseptische Bedingungen
zu achten!
Auswahl, Entscheidung und Durchführung liegen in
der Verantwortlichkeit des implantierenden
Arztes.
Die Implantation erfolgt in der Regel in
Intubationsnarkose.
Mögliche
Implantationsstellen sind v. a. die V. jugularis interna,
auch alternative Lokalisationen sind möglich.
Die nachfolgende Implantationsempfehlung ist lediglich ein
Beispiel für das mögliche bzw. übliche chirurgische
Vorgehen, Alternativen sind möglich.
VORBEREITUNG
- Vor der Implantation wird der Katheter mit 0.9%igen Nacl-Lösung aufgefüllt.
- Dabei zum Verschluss die beigefügten Klemmen benutzen.
- Die Portkammern ebenfalls auffüllen und entlüften. Halten Sie dabei das Ausflussröhrchen des Ports nach oben, damit die restliche Luft entweichen kann. Verwenden Sie hierzu eine der beiden beigefügten Punktionskanülen
- Freilegen der Vena jugularis interna (Supraclaviculärschnitt)
- Anzügeln nach distal und proximal
- Subclaviculärschnitt
- Subcutaner Tunnel zwischen beiden Schnitten
- Subcutanes Präparieren von zwei Taschen
- Katheterspitze vom Subclaviculärschnitt bis Supraclaviculärschnitt subcutan unter Tunnelung vorschieben
- Kleine Venotomie (cave Luftembolie!). Einschieben der Katheterspitze bis zum re. Vorhof (Lagekontrolle durch intraatriale EKG-Ableitung oder RÖ-Durchleuchtung)
- Tabaksbeutelnaht an der Venotomie
- Katheter mit den beiden separaten Enden entsprechend an die beiden Portkammern anschließen. Dabei immer die rechte Seite des Patienten als einführenden Schenkel, medial als ausführenden Schenkel wählen
- Die Katheterenden auf das Ausflussröhrchen der Ports schieben und mit der Schraube fixieren
- Portkammern subcutan möglichst weit vom Hautschnitt platzieren, evtl. fixieren
- Hautnähte
PFLEGE DES SYSTEMS / SPEZIELLE ANWENDUNGSHINWEISE
Vor jeder Behandlung muß die korrekte Lage der Portgehäuse getastet werden und sichergestellt sein, dass keine Wunde oder Infektion vorliegt.
GEBRAUCHSANWEISUNG
- Hautdesinfektion
- Mit Spezialpunktionskanüle (wie beigefügt) Portseptum punktieren, cave Luftembolie!
- Durchgängigkeit mit Kochsalzlösung prüfen und an den entsprechenden zu- und abführenden Schenkeln der Dialysemaschine anschließen
Achtung! Um Verwechslungsgefahr zu vermeiden immer entsprechend der Abbildung Einfluss- und Ausflussrichtung beachten!
- Nach Beendigung der Dialyse die Portkammern mit Nacl 0.9% auffüllen (bzw. Heparin, Taurolidin, Citrat)
- Unter leicht positivem Druck Punktionskanüle entfernen
- Hautdesinfektion, trocken abdecken
- Zur Punktion der Portkammern ausschließlich die dazugehörigen Spezialpunktionskanülen verwenden (Durchflussrate ca. 300 ml/ Min)
- Katheter- oder Portverschlüsse durch Thrombusbildung können meist durch Lysierung mit Streptokinase / Urinokinase behoben werden ( z.B. 5000 IE/ml Nacl 0,9%, kleine Lösungsmengen intervallweise injizieren, einwirken lassen und Durchgängigkeit prüfen
Ursachen für einen ungewöhnlich hohen Punktionswiderstand können sein:
- Die Nadelspitze ist nicht korrekt im Porthohlraum plaziert
- Fibrinablagerungen bzw. ein Thrombus verstopfen Katheter oder Port
- Der Katheter ist abgeknickt
- Bei erfolgloser Blutaspiration sollte zunächst die Portkammer gespült und die Lage des Patienten etwas geändert werden
Die genannten Konzentrationen sind Empfehlungen, sie müssen immer der allgemeinen Situation des Patienten angepasst werden und liegen im Verantwortungsbereich des behandelnden Arztes. Bezogen auf alle verwendeten Medikamente und Flüssigkeiten wird grundsätzlich auf die Beipackzettel der jeweiligen Pharmahersteller verwiesen. Die Besonderheiten der Dialyse sind zu beachten. Die Portsysteme stellen lediglich einen Zugangsweg zur veno-venösen Dialyse dar, ohne auf die Funktion Einfluss zu nehmen.
INDIKATIONEN ZUR EXPLANTATION
- Wegfall der Notwendigkeit
- Irreversibler Verschluß des Systems
- Membran- oder Katheterundichtigkeit
- Thrombosierung ( V. jugularis, V. subclavia, V. cava)
- Infektion
WARNHINWEISE
- Die Ports am Subcutangewebe mit einzelnen Nähten fixieren oder in einer kleinstmöglichen Porttasche platzieren um ein Verrutschen zu vermeiden
- Den Katheter mit der Vene durch eine ausreichende feste, aber nicht strangulierende Naht fixieren
- Auf eine feste Verbindung der jeweiligen Katheter und Portkammern achten
- Die besondere Bedeutung der zu- und abfließenden Enden des doppelläufigen Katheters beim Anschluss an die Portkammern entsprechend der Lokalisation beachten um den notwendigen Effekt am Austrittsende zu gewährleisten!
Nach längerer Liegezeit
bzw. Gebrauch des Systems insbesondere auf Undichtigkeit
der Membranen durch Punktionshäufigkeit achten. Eine
Punktionsfrequenz bis ca. 1000 Punktionen mit Spezialkanüle
ermöglicht bei komplikationslosem Verlauf eine
entsprechende Verweildauer abhängig von der
Dialysefrequenz.
Der Austausch einer einzelnen Portkammer bei Undichtigkeit
der Silikonmembran ist möglich, auch in
Lokalanästhesie.
ÜBERWACHUNG
Durch die regelmäßig erforderlichen Anwendungen und anschließende Pflege des Systems ist eine kontinuierliche Überwachung an sich gegeben.
Der Gebrauch sollte nicht von Ärzten/ medizinischem Personal durchgeführt werden die nicht mit dem Produkt und / oder möglichen Komplikationen vertraut sind. Komplikationen können jederzeit während und nach dem Eingriff auftreten.
Bis zu ihrem Gebrauch sind die verpackten Produkte möglichst bei einer Temperatur zwischen 5° und 30° C trocken zu lagern. Vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Keine Produkte aus beschädigter Verpackung benutzen.





