- Was ist ein Portkathetersystem?
- Welchen Vorteil hat ein Portkathetersystem?
- Wo liegt das Portkathetersystem?
- Wie wird das Portkathetersystem gelegt?
- Welche Medikamente können gegeben werden?
- Wie können die Medikamente gegeben werden?
- Welche Spezialkanülen werden benötigt?
- Wie wird der Portkatheter angestochen?
- Wie erfolgt die Pflege des Portkathetersystems?
- Welche Komplikationen können auftreten?
- Wie kann das Portkathetersystem lange erhalten bleiben?
- Werden normalen Tätigkeiten durch den Port behindert?
- Kann man den Port sehen?
- Wird das Portsystem durch Röntgen-Aufnahmen, CT, Kernspin-Tomographie, TENS oder andere diagnostische Untersuchungen beeinflusst?
- Wie lange kann ein Port implantiert bleiben und kann er später wieder entfernt werden, wenn er nicht mehr notwendig ist?
- Wie wichtig ist der Patientenpass?
- Medizinische Fachbegriffe
- Was bedeutet eigentlich "Hochdruckport"?
Ein Portkathetersystem, auch kurz Port, Portkatheter oder
Portsystem genannt, ist eine langfristige Zugangsmöglichkeit zum Gefäßsystem. Es
wird unter dem Schutz der Haut implantiert. Die Implantation erfolgt durch eine relativ kleine
Operation, die auch ambulant unter Lokalanästhesie erfolgen kann.
Das Portkathetersystem besteht aus der Titan-Portkammer und einem Katheter. Die Titan-Portkammer ist
mit einer Silikonmembran verschlossen. Für die Gabe von Medikamenten, die sogenannte
künstliche Ernährung oder die Blutentnahme wird mit einer Spezialportkanüle durch die
Haut und durch die Silikonmembran in die Titan-Portkammer eingestochen.
Das Portkathetersystem stellt einen Dauerzugang zum
Blutgefäßsystem dar, wobei der Katheter in einem peripheren Blutgefäß zumeist
Vene liegt. So kann jederzeit der Zugang zum Gefäßsystem erfolgen und es wird vermieden,
dass durch vielfaches Einstechen die peripheren Venen strapaziert werden. Durch den Schutz der Haut
wird ein Infektionsrisiko verringert.
In den meisten Fällen wird es eingesetzt bei Tumorpatienten, die mehrmalige Chemotherapie
benötigen. Die Lebensqualität wird deutlich verbessert, weil der Patient in seiner
Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt ist und das Anstechen deutlich einfacher und
risikoärmer ist. Normale Tätigkeiten sind möglich, sogar Sport, Schwimmen, Radfahren,
etc. Die implantierte Portkammer liegt nur leicht erhaben unter der Haut und fällt optisch
meist wenig auf. Sie kann aber leicht ertastet werden.
Die Portkatheterspitze liegt meistens in einer großen Vene
vor dem Herzeingang, der Vena cava superior. Der Katheter wird meistens über die Vena subclavia
oder Vena jugularis interna oder externa eingeführt.
Die Portkammer liegt meist über dem rechten Rippenbogen.
Es sind aber auch andere Lokalisationen möglich. Dies entscheidet der Arzt.
Die Implantation des Portkathetersystems erfolgt stationär
in der Klinik oder auch ambulant innerhalb von etwa einer Stunde.
Dabei werden bis zu zwei Hautschnitte durchgeführt und der Port unter die Haut geschoben sowie
der Katheter in die große Vene eingeführt.
Der Patient kann zwischen einer Vollnarkose oder einer Lokalanästhesie wählen. Die
Entscheidung sollte mit dem zuständigen Arzt besprochen werden.
An den ersten Tagen nach der Operation kann ein leichter Schmerz oder eine Schwellung des
Hautbereiches auftreten, dies ist normal. Sollte dies länger anhalten, eine Rötung der
Haut, Fieber oder Blutungen auftreten, sollte der Patient zur Vermeidung von Komplikationen einen
Arzt aufsuchen.
Die Hautschnitte sind genäht oder mit sterilen Pflasterstreifen überklebt. Diese
können ab dem 8. Tag nach der Operation schmerzlos entfernt werden. Wenn kein Verband mehr
notwendig ist, kann der Patient duschen und später nach vollständiger Abheilung auch
baden.
Innerhalb der ersten14 Tage sollte der Patient sich noch körperlich schonen.
Der Port kann sofort genutzt werden.
Über das Portkathetersystem können all die Medikamente gegeben werden, die für die intravenöse Therapie zugelassen sind. Das können sein: Infusionslösungen wie z. B. NaCl, Glukose, Elektrolyte, Zytostatika, Antibiotika, Schmerzmittel wie z.B. Morphin, parenterale Ernährung wie z.B. Fette, Aminosäuren(Eiweiß) und Blutprodukte z. B. Thrombozytenkonzentrate.
Wann welches Medikament gegeben wird, wird der Arzt entscheiden.
Sehr wichtig ist, dass nach jeder Medikamentengabe das Portkathetersystem gründlich zu
spülen ist, da es sonst verstopfen könnte.
Die entsprechenden Gebrauchshinweise und Pflegeempfehlungen
müssen beachtet werden. Auch einen Patientenpass sollte der Patient möglichst immer mit
sich führen, in dem alle wichtigen Angaben dokumentiert werden.
Wichtig: Die Portkammer ist kein Reservoir und weder mit Blut noch Medikamenten gefüllt! Es
darf darin nach Spülung nur entsprechende Spüllösung enthalten sein (z.B.
Kochsalz/Heparinlösung)
Zum Anstechen des Portkathetersystems benötigt der Arzt Nadeln mit einem besonderen Schliff. Nur diese Spezialkanülen verhindern ein Durchlöchern und Ausstanzen der Silikonmembran. Wir empfehlen die SFN®-Portkanülen, die es in verschiedenen Stichlängen und Durchmessern gibt, abhängig z.B. von der Medikamentengabe.
Der Patient kann dabei bequem sitzen oder liegen.
Das Anstechen erfolgt unter keimfreien Bedingungen (steril), damit das Portsystem lange seine
Funktion behält und nicht infiziert wird.
Der Patient sollte während des Anstechens nicht in die Richtung des Portkathetersystems
sprechen und atmen.
Beispiel eines Vorgehens:
- Hautdesinfektion
Dabei wird das Punktionsgebiet mit einer speziellen Lösung (Desinfektionsmittel klar oder gefärbt) gereinigt. - Anstechen
Die Spezialnadel wird durch die Haut und die Silikonmembran in die Portkammer geschoben. Der Patient spürt dabei den leichten Einstich mit der Nadel. Sollte dies unangenehm sein oder sehr schmerzhaft sein, kann die Einstichstelle eine halbe Stunde vor dem Einstich mit einer schmerzlindernden Salbe oder Spray leicht betäubt werden. - Überprüfung der Funktionsfähigkeit
Mit einer Spritze zieht der Arzt Blut aus dem Portkatheter und überprüft damit die korrekte Lage, anschließend erfolgt eine Spülung mit physiologischer Kochsalzlösung 0,9 %. - Fixation
Für die Dauer der Therapie wird die Nadel z. B. mit einem Pflaster fixiert. Danach kann das Portkathetersystem benutzt werden.
Wichtig: Eine Kanüle ist jeweils für den Einmalgebrauch bestimmt und sollte nicht länger als 48 Stunden liegen bleiben (Infektionsgefahr sonst erhöht)
Der Patient sollte sich generell täglich beobachten und besonders auf die Umgebung des Portkathetersystems, sowie auf ein Anschwellen der Lymphknoten unter den Achseln achten, Veränderungen sollten dem Arzt und der Pflegekraft mitgeteilt werden.
Es wird empfohlen, das venöse Portkathetersystem bei Nichtbenutzung innerhalb von 4-6 Wochen einmal durchzuspülen, um einen Verschluss des Portkathetersystems zu verhindern. Dies geschieht in der Regel beim Hausarzt im Rahmen der regelmäßigen Blutkontrollen.
Bei liegender Portnadel erfolgen zusätzlich tägliche Kontrollen durch den Arzt und Pflegepersonal, sie begutachten den richtigen Sitz der Port Nadeln und die korrekte Fixierung.
Auch bei der Gabe von Infusionen, sind regelmäßige Spülungen notwendig. Dies ist insbesondere notwendig vor und nach der Gabe von Blutproben und nach unterschiedlichen Infusionen (Interaktionen), die nacheinander gegeben werden.
Der Arzt und/oder die Pflegekraft spült dabei mit einer mindestens 10 ml Spritze gefüllt mit 10 ml NaCL 0,9 % (10-30 ml Kochsalzlösung) den Katheter.
Bei Nichtnutzung des Systems ist bei venöser Implantation ca. alle 3-4 Wochen eine Spülung mit etwas 20 ml 0,9%iger NaCl Lösung empfehlenswert.
Für jede Bolusgabe werden nur Spritzen über 10 ml Größe empfohlen. Gleiche Vorgehensweise ist auch beim Ziehen der Nadel erforderlich. Dadurch wird das Kathetersystem langfristig geschützt.
| Problem | Mögliche Ursache | Was kann dagegen getan werden? |
| Höherer Widerstand beim Spritzen, keine Aspiration von Blut. | Die Katheterspitze liegt möglicherweise an der Gefäßwand an. | • Oft hilft eine Lageveränderung des Oberkörpers • Bewegung des Oberarms • Einatmen und dabei die Luft einen kurzen Moment anhalten. |
| Port und Katheter lassen sich bei normalem Druck nicht spülen. Es kann kein Blut entnommen werden. | Portkatheterverschluss | In all diesen Fällen muss sofort Kontakt zum Hausarzt aufgenommen werden. Der Arzt wird dann die notwendigen Schritte gemeinsam mit dem Patienten besprechen. |
| Körperliches Unbehagen, Schmerzen und evtl. Schwellungen im Bereich von Schulter, Hals und Arm | Venenthrombose | |
| Schmerzen und/oder Rötungen an der Implantationsstelle, Fieber oder ein ungewöhnlicher Ausfluss an der Einstichstelle | Infektion der Porttasche | |
| Brennender Schmerz nach Infusion eines Medikaments, evtl. in Kombination mit Blasenbildung auf der Haut oder Schwellung im Bereich der Porttasche | Undichtes System, das Medikament sickert in das umliegende Gewebe. |
Diese Komplikationen sind äußerst selten, aber nicht auszuschließen:
| Problem | Mögliche Ursache | Was kann dagegen getan werden? |
| Abstoßung des Ports durch den Körper | Unverträglichkeit der Materialien | In all diesen Fällen muss sofort Kontakt zum Hausarzt aufgenommen werden. Der Arzt wird dann die notwendigen Schritte gemeinsam mit dem Patienten besprechen. |
| Spontanes Verrutschen des Ports | Nicht sachgerechtes Fixieren des Ports bei der Implantation | |
| Verdrehen oder Verrutschen des Ports als Folge ungewöhnlicher Bewegungen | Nicht sachgerechtes Fixieren des Ports bei der Implantation | |
| Einklemmung des Katheters zwischen Schlüsselbein und erster Rippe | Individuelle, anatomische Lage. Operationstechnik. |
Die Liegedauer eines Portsystems wird zum größten
Teil durch den vorsichtigen, keimfreien Umgang und die regelmäßigen Portspülungen
bestimmt.
Das Portsystem kann durchaus mehrere Jahre im Körper verbleiben und es wird, falls dieses
System nicht mehr benötigt wird, operativ entfernt.
Es wird empfohlen für Notfälle eine spezielle Punktionsnadel bei sich zu führen,
damit jederzeit das Portkathetersystem angestochen werden kann. Am besten sollte eine geeignete
Punktionsnadel mit dem Patientenpass immer vom Patienten mitgeführt werden.
Unmittelbar nach der Operation müssen körperlich anstrengende Aktivitäten unbedingt vermieden werden. Nach dem Abheilen der kleinen Einschnitte kann die normale Lebensweise wieder aufgenommen werden. Wenn keine Nadel gelegt ist, kann der Portträger mit Zustimmung seines Arztes baden, schwimmen und Sport treiben so wie er es vor der Implantation getan hat.
Der Port liegt vollständig unter der Haut. Eine geringe Erhöhung der Haut fällt optisch wenig auf. Die genaue Lage des Ports kann jedoch leicht ertastet werden. Die kleinen Narben, die von der Implantation herrühren, werden im Laufe der Zeit immer weniger auffallen
Nein. Grundsätzlich empfehlen wir aber, beim Besuch eines anderen Arztes, diesen sofort über den Port zu informieren, am besten durch Vorlage des Patientenpasses. Das gilt auch für alle diagnostischen Untersuchungen und Notfallbehandlungen.
Der Port kann so lange eingesetzt bleiben, wie es für die Behandlung der Krankheit notwendig ist. Danach kann er durch einen kurzen operativen Eingriff in Lokalanästhesie problemlos wieder entfernt werden. Bei manchen Patienten kann es notwendig werden, den Port während der Langzeittherapie auszutauschen, d.h. der alte Port wird entfernt und durch einen neuen ersetzt.
Es ist äußerst wichtig, dass Patienten mit einem
implantierten Port stets eine Karte mit der entsprechenden medizinischen Information bei sich
tragen. Vor allem in Notfällen kann das von wesentlicher Bedeutung sein.
Daher sollten Patienten den operierenden Arzt oder eine der Schwestern um die Aushändigung des
Patientenpasses bitten. Dieser Pass sollte immer vom Patienten mit sich geführt werden und beim
Arztbesuch oder im Falle einer Krankenhauseinweisung vorgelegt werden.
- Aspiration: Zurückziehen von Blut aus dem Katheter.
- Implantation: Operatives Einsetzen
- Intravenöse Therapie: Medikamentengabe in die Vene
- NaCl 0,9: Physiologische Kochsalzlösung z. B zum Spülen des Katheters
- Parenterale Ernährung: Gabe von Nährstoffen/Elektrolyten/Vitaminen/ Spurenelementen in die Vene unter Umgehung des Verdauungstraktes.
- Periphere Venen: Venen in Armen und Beinen
- Bolusgabe: Einmalgabe
Dieses Portkathetersystem in Kombination mit geeigneten Kanülen ermöglicht eine Hochdruckinfusion von Kontrastmitteln in das zentrale Kreislaufsystem.
Das System ist geeignet, eine Durchflussrate von 5ml/s bei einem Maximaldruck von 21 bar (300 PSI) zu erreichen. Die Druckstabilität wird entsprechend geprüft und den Hinweis auf die geeigneten Portsysteme oder Kanülen finden Sie bei uns z.B. durch eine gesonderte Kennzeichnung für die passenden Artikel.


